Motorservice beim Lo15

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Martin

Motorservice beim Lo15

#1

Beitrag von Martin » So 2. Apr 2017, 17:07

Jeder Lo15 Besitzer sollte das beherzigen, die Motorkondensatoren sind eigentlich immer hin und verursachen hohe Ableitströme.
Im Kurzschlussfall geht der Motor dann auf fast Maximaldrehzahl - das tut der Maschine nicht gut.

IMG_2773.JPG
Man beginnt damit das man sich vom freundlichen Nachbarn die Maschine auf den Tisch stellen lässt so das man die Rückseite sieht. Während dieser seinen Leistenbruch auskuriert hat man genügend Zeit um sich um die Maschine zu kümmern.
IMG_2774.JPG
Dazu schraubt man die 4 Schrauben der Motorgrundplatte ab und nicht den Motor selbst. Achtung - die kleine Schraube im Bild stellt den Anstellwinkel zur Motorachse ein und darf auf keinen Fall verdreht werden.
IMG_2777.JPG
Keine Sorge vor Kabeln, man kann den Motor mit etwas Geschick einfach nach hinten heraus nehmen. Gggf. muss man die Motorwelle mit einem langen Schraubenzieher etwas abhebeln, rohe Gewalt ist auf keinen Fall nötig, nur Geschick. Die Kontakte sind zu reinigen!
IMG_2775.JPG
Jetzt kann man den Motorkondensator heraus drehen. Dieser ist an der Unterseite mit einer Mutter gesichert.
IMG_2776.JPG

An dem kleinen Rädchen wird die Drehzahl eingestellt. Nenndrehzahl alle Lo15 1500 U 1/min
IMG_2741.JPG
Nichts geht über einen optischen Drehzahlmesser. Ich habe so schnell und einfach alle mechanischen Maschinen eingestellt bekommen. Es sollte aber ein Laseroptisches Gerät sein, kein Infrarot.


Material/Werkzeug

Mostkappe Größe 2
Motorkondensator 1 uF/450 V
überlanger Schlitzschraubenzieher, unbedingt magnetisch
optischer Drehzahlmesser
Lötkolben, Zinn, Nachbar
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Christoph84
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Re: Motorservice beim Lo15

#2

Beitrag von Christoph84 » So 29. Okt 2017, 12:06

Schöner detaillierter unf Bebildeter beitrag,
dennoch kommen bei mir einige Fragen zum thema Drehzahl auf,
sind es wirklich 1500upm ? auf der Reglerplatte meines Lorenz15a steht hinten 2727upm was hat das zu bedeuten ?
und zur drehzahlmessung : es sind 11schwarze segmente zur optischen messung mit der Stimmgabel, wieviel Hz muss denn die Stimmgabel haben,
würde es nicht wie beim Plattenspieler mit einer 50Hz glimmlampe auch funktionieren bei 2727upm und 11 segmente komme ich auf 499,95 felder/wechsel pro secunde das würde sich doch mit den 50Hz glimmlape decken. bei 1500upm sind es genau 275 felder in der secunde ? es gibt aber keinen geraden ton mit 275Hz in der skala also folglich auch keine passende stimmgabel ? normal kammerton a mit 440Hz
Bestimmt habe ich da einen gravierenden Denkfehler drin ?

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DF3OE
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Re: Motorservice beim Lo15

#3

Beitrag von DF3OE » So 29. Okt 2017, 12:34

Also, ich bin totaler Verfechter der klassischen Methode mit Stimmgabel.
Für 50 Baud muss es für alle deutschen Maschinen (egal welcher Hersteller und Typ) eine 125 Hz Stimmgeabel
mit Schlitzblech zum Durchschauen sein:

https://www.ebay.de/itm/Stimmgabel-125H ... SwLN5WjrGb

Bei richtig eingestellter Drehzahl stehen die weissen Felder am Drehzahlregler still, wenn man vorher die
Stimmgabel anschlägt und dann durch den kleinen Schlitz am Ende durchschaut.

Als Kondensatoren kann ich übrigens diese empfehlen:
https://www.pollin.de/p/motorbetriebsko ... 0-v-200823
oder diesen ;)
https://www.pollin.de/p/motorbetriebsko ... 0-v-200875


Viel Erfolg!

Henning
Zuletzt geändert von DF3OE am So 29. Okt 2017, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.
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#4

Beitrag von Martin » So 29. Okt 2017, 13:03

diesen Motorkondensator, nicht nur weil die Kunststoffvariante schon aus optischen Gründen vom Fernschreiber wieder abgestoßen wird, sondern weil sonst auch Mostkappe nicht auf der Kunststoffvariante hält.

Ja es sind wirklich 1500 Umdrehungen 1/min. Für die Schlitzglotzvariante bin ich zu alt, ich sehe da nichts. Vielleicht liegt es auch daran das der Schlitz nicht rosa ist.
Die Laser-optische Variante hat sich bewährt.

Gruß
Martin

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Re: Motorservice beim Lo15

#5

Beitrag von Christoph84 » So 29. Okt 2017, 16:44

Alles klar wieder etwas schlauer geworden,
also der Kondensator im Alukleidchen wird morgen gleich gekauft Pollin ist ja um die ecke posting.php?mode=reply&f=31&t=514#
Hat vielleicht noch jemand eine Mostkappe über ? muss ja nicht gleich 25stk kaufen ?
Das Digitale drehzalmessgerät kommt auf die Weihnachtswunschliste (muss erst vom Finanzminister abgesegnet werden)
Hier noch ein Bild vom Verwirrungsstifter, Motor wird dann gereinigt.
Als Nostalgiker dachte ich es gäbe vieleicht noch eine (einfache) funktionierende Methode zur Drehzahleinstellung ausser mit der Merkwürdigen Stimmgabel.

Irgendwie schon Komisch alles in allen für seine Zeit total fortschrittlich aber dann ein Mechanisch Optisches Messystem obwohl es die 50Hz ja schon fast immer synchrongenau gab.

Vielen Dank.

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Re: Motorservice beim Lo15

#6

Beitrag von Christoph84 » So 29. Okt 2017, 19:29

DSC02125.JPG
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Re: Motorservice beim Lo15

#7

Beitrag von Christoph84 » Di 31. Okt 2017, 21:00

Auf Martins Anregung hin noch ein ergänzendes Wort zur Drehzahleinstellung :
Auch wenns simpel klingt , Die Drehzahl kann im Betrieb mittels der zwei Blechhebel vor und Hinter der Reglerplatte eingestellt werden,
einfach andrücken und das gummierte Rad für die Reglerfederspannung wird pro Umdrehung ein stück weiter gedreht weil es an den jeweiligen Hebel streift.
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Re: Motorservice beim Lo15

#8

Beitrag von Horatius » Sa 11. Mai 2019, 15:25

Danke für die Anleitung.
Damit konnte ich den Motorkondensator wechseln.
Was mich am meisten fasziniert, ist die Modularität der Maschine.
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Re: Motorservice beim Lo15

#9

Beitrag von wellenkino » Do 16. Mai 2019, 16:47

hallo zusammen,
nurmal zum besseren Verständnis:
Die Drehzahl muß hochgenau sein weil der eine Frequenz damit erzeugt, elektrodynamisch?
Wenn dem so ist, hat er die Frequenz (125Hz?) auch an einem Kabel greifbar? Die Frage deswegen weil ich hier auch hochgenaue Frequenzzähler rumstehen habe.
Diese Stimmgabel hat er aber im Gepäck, ebenso seine Papiere.

lG Martin

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Re: Motorservice beim Lo15

#10

Beitrag von DF3OE » Do 16. Mai 2019, 16:57

Das muss alles nicht sehr genau sein. Es wird KEINE Frequenz mit dem Motor erzeugt.

Mann kann die Geschwindigkeit sogar auszählen: 67 Zeichen pro 10 Sekunden, also praktisch
eine Zeile. Einen Buchstaben anschlagen und dann per Stoppuhr und Dauertaste auszählen.

Richtiger Gebrauch der Stimmgabel:
"Irgendwo" an einem Holz (Tisch oder so...) anschlagen und dann zügig Richtung Motor-Flliehkraftregler
halten und ganz nah durch den kleinen Zungenschlitz schauen. Die weissen Felder sollten im Idealfall
still stehen. Bei zu langsamer und zu schneller Geschwindigkeit wandern sie in die entsprechende
Richtung der Drehrichtung, also bei zu langsam entgegen Drehrichtung und bei zu schnell mit ihr.
mfg
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