TeKaDe FS200 Vorschlag für Bitratenanpassung (45.45 Bd)

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wtrenkle
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TeKaDe FS200 Vorschlag für Bitratenanpassung (45.45 Bd)

#1

Beitrag von wtrenkle »

Liebe telexforum-Freunde,
es soll ja auch einmal vorkommen, dass ein FS für (klassisches) RTTY mit 45.45 Bd (statt 50 Bd) eingesetzt werden soll. Eine recht einfache Lösung habe ich entworfen und gebaut, indem ich den verwendeten eingebauten Kommunikationsprozessor (UART=IN6402) des FS200/FS220 umtakte, was aber nur über den Hauptprozessor (8749HD) funktioniert, weil der UART die Frequenz von dort ableitet. Die Standard-Taktrate für den Hauptprozessor ist 2.880 MHz (aus einem Oszillator-Baustein), und für die zu 50 Bd niedrigere Taktrate von 45.45 Bd errechnet sich die Oszillator-Frequenz dann auf 2.617920 MHz. Einen solchen Oszillator gibt es eigentlich nicht (man könnte sich freilich einen Quarz für einen bestimmten Oszillator herstellen lassen, was recht teuer ist).
Festfrequenzoszillatoren (MEMS u.a.) gibt es allerdings für etliche Frequenzen um die 10 MHz, wie zum Beispiel die verfügbare 10.4857 MHz (sind geradezu perfekt), z.B. von Microchip bei Mouser, deren Ausgangsfrequenz mit (2) Flip-Flops durch 4 ("vier") geteilt werden können, und so dann ausreichend genau diese "krumme" Frequenz für den UART - respektive den Hauptprozessor - zur Verfügung stellen. Die im Schaltbild angegebenen Frequenzen stimmen nicht genau (war eine andere Baustelle!), jedoch werden kleinere Abweichungen i.d.R. toleriert, sollte ein Quarzoszillator in genau dieser Taktrate nicht zur Verfügung stehen [zugrundeliegender Faktor 2.88 MHz * (45.45 / 50.0) = Sollfrequenz, die ich * 4 genommen und entsprechend heruntergeteilt habe]. Frequenzteilungen, die nicht einer Zweierpotenz entsprechen, sind wegen des Jitters für den Prozessortakt recht kritisch, sollte eine andere Oszillatorfrequenz gewählt werden sollen. Ein teuerer, temperaturkompensierter oder -kontrollierter Oszillator wäre jedenfalls ein Overkill!
Meine Motivation, diese recht primitive Lösung zu veröffentlichen liegt in einer Anfrage (von Lennard) nach einer solchen Lösung.
Ich möchte einige "Bildchen" dazu anhängen. Die "Super-Oszillatorschaltung" wurde "eingeschrumpft" und hängt an einem abgeschirmten Kabel in der Seitenverkleidung des FS, und die Taktfrequenz kann - nach Belieben - durch Steckbrücken auf die Orginal-Baudraten (50, 75, 100, 200) umgesteckt werden, um "normalen" TTY-Betrieb zu machen. Die Vielfachen von 45.45 Bd stehen zwar auch zur Verfügung, machen aber in der Praxis wohl wenig Sinn (90.9 Bd oder 181.8 Bd? wer braucht das schon).
Anmerkung: Das langsamere Takten des Hauptprozessors (2.62nnn MHz) statt mit 2.88 MHz ist dem Prozessor on den sonstigen Taktgebern auf dem Board relativ egal, weil alles irgendwie - gepuffert und geteilt - vom Prozessortakt abhängt. Ich konnte jedenfalls kein "Fehl"verhalten der Maschine sonst feststellen, außer, dass sie jetzt auch 45.45 Bd senden und empfangen kann. Eigentlich habe ich ja auch nicht viel anderes getan, als die Geschwindigkeit des Hauptmotors - hier der Prozessor - anders zu regeln. Prozessoren verfügen eben nicht über einen Fliehkraftregler.
Ich hoffe, dass die Ideen für den einen oder anderen hilfreich sind, auch wenn mir bewusst ist, dass der Fernschreiber aus dem RTTY-Betrieb wegen verwendeter Software fast vollständig verschwunden ist.
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Wolfgang
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73 de DL7WT

DL2XP
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Re: TeKaDe FS200 Vorschlag für Bitratenanpassung (45.45 Bd)

#2

Beitrag von DL2XP »

Servus Wolfgang, DL7WT
habe mir mal den Text und die Bilder herunter geladen. Momentan läuft der FS220 via Dovetron MPC 1000 CR sehr schön, doch man weiß ja nie auf was für Gedanken man noch kommt.
Herzlichen Dank für den sehr guten Einfall und den locker geschriebenen Text.
Beste 73!
René, DL2XP (RTTY since 1970)
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