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Siemens T-1000 bei der Interflug 1982 ?!?!

Verfasst: Mi 24. Apr 2019, 11:36
von Franz
Moin,

habe mir hier gerade eine Seite eines Interflug-Magazins von 1982 angeschaut und nicht schlecht gestaunt, da sind doch ganz offensichtlich Siemens T-1000 vom Klassenfeind im Einsatz. Das war mir absolut neu, zumal wir die T-1000 im Westen erst 2 Jahre zuvor bekommen haben.

http://www.interflug.biz/Flugsicherung/ ... AG0009.JPG

Die komplette Zeitschrift findet man hier (nach unten scrollen):

http://www.interflug.biz/Markmann.htm

Grüße

Re: Siemens T-1000 bei der Interflug 1982 ?!?!

Verfasst: Mi 24. Apr 2019, 11:41
von DF3OE
Hallo Franz,

das ist ja hochinteressant. Wurden da vielleicht Maschinen aufgrund eines internationalen Abkommens geliefert?
Glaube kaum, dass man Devisen dafür ausgegeben hätte, wenn man doch aus eigener Produktion Geräte hätte
nehmen können...die auch nichts anderes machen, als fernschreiben ;)

Re: Siemens T-1000 bei der Interflug 1982 ?!?!

Verfasst: Mi 24. Apr 2019, 12:51
von Franz
Hallo Henning,

bin der gleichen Ansicht..... Devisen hätte man dafür bestimmt nicht ausgegeben, zumal die Teile ja nicht gerade billig waren.... Aber wer weiß, was da "inoffiziell" gelaufen ist... (Schalck-Golodkowski, Transiterleichterungen, Waren gg. Waren etc), schade, wird man wohl nicht mehr herausbekommen können.
Wußte nur, dass die Ost-Berliner erst eine polnische und dann ab 1983 eine französische Fernschreibspeichervermittlung für AFTN nutzten und dafür haben sie garantiert kräftig gelöhnt:

"1979 begann die Aufnahme des KurzwellenSelektivruf- Funksprechverkehrs mit INTER FLUGFlugzeugen im ehemaligen OR2-Gebäude des
Flughafens Berlin-Schönefeld. 1983 erfolgte die Übergabe der Rechnergesteuerten Fernschreibspeichervermittlung AFTN (Aeronautical Fixed Telecommunieation Network) der französischen Firma SESA für das Flugfernmeldesystem."


Auszug aus einer Interflug-Web-Seite.


Edit: Kann es sein, dass die T-1000 vom sozialistischen Bruderland, Tschechoslowakei, Fa. BRNO in Lizenz nachgebaut u. von dort bezogen wurde ? Wenn man das Foto ranzoomt, scheint man zwar das Siemens Logo rechts unten auf der Front zu erkennen, aber da ist noch ein anderes kleines Logo auf der linken Seite, leider nicht zu entziffern :-(

Re: Siemens T-1000 bei der Interflug 1982 ?!?!

Verfasst: Mi 24. Apr 2019, 14:31
von DF3OE
Franz hat geschrieben: Mi 24. Apr 2019, 12:51
Edit: Kann es sein, dass die T-1000 vom sozialistischen Bruderland, Tschechoslowakei, Fa. BRNO in Lizenz nachgebaut u. von dort bezogen wurde ? Wenn man das Foto ranzoomt, scheint man zwar das Siemens Logo rechts unten auf der Front zu erkennen, aber da ist noch ein anderes kleines Logo auf der linken Seite, leider nicht zu entziffern :-(
Nein, nach Brno hat man nur die ausgelaufene mechanische T100 "Produktion" verkauft. Die hätten damals niemals High-Tech in den Osten verkauft und außerdem wäre
das für den "Osten" auch nicht bezahlbar gewesen. Für den Ostblock war ja die Mechanik noch gut genug... ;) und gerade für den "großen Bruder" :)
Für die SU hat man extra die T51/63 noch bis 1984/85 am Leben gehalten... :)

Wenn das wirklich Bilder aus der DDR sind, dann wurden die Maschinen aufgrund eines internationalen Abkommens dorthin geliefert und auch vom Westen
bezahlt á la Transitstrecke, die ja auch komplett vom Westen finanziell getragen wurde.

Re: Siemens T-1000 bei der Interflug 1982 ?!?!

Verfasst: Mi 24. Apr 2019, 20:07
von DF3OE
Ich habe mir den Artikel noch mal durchgelesen.
Zu den Bildunterschriften mit den T1000 steht, dass es sich um SITA-Anschlüsse handelt.
Ein kommerzielles Fernschreibnetz der Fluggesellschaften.
Ein weiteres Bild zeigt die AFTN-Anschlüsse und dazugehörige Fernschreibmaschinen
RFT F1100 (im schönen orange :) ) und T51 im Holz-Tischgehäuse.
Ich würde annehmen, dass es sich bei den T1000 um Maschinen westlicher Fluggesellschaften
handelt, die in Schönefeld einen Standort hatten.