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Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: So 25. Jun 2017, 20:18
von Andreasankl
Ich habe einmal bei Schiweck nachgeschaut. Im Ruhezustand fließt ein Strom von 5 mA
Dieser fließt durch beide Wicklungen des SZ Relais und entscheidend ist die sogenannte Amperewindungszahl (AW). Sie beträgt 36200 Wdg. X 5 mA = 181 AW. Das SZ-Relais zieht an. Als Beispiel:
Ein TW39 FSG. Durch Drücken der AT Taste wir der Strom auf ca. 40 mA erhöht, gleichzeitig wird die hochohmige Wicklung kurzgeschlossen. SZ Relais hält sich über die niederohmige Wicklung.
Es folgt der Wahlaufforderungsimpuls (Unterbrechung der Leitung für 30 ms). SZ Relais fällt ab.
Anschließend fließt wieder ein Strom von ca. 40 mA (AT Taste ist mechanisch verriegelt).
Es ist weiterhin nur die niederohmige Wicklung mit 1200 Wdg. im Stromkreis.
1200 Wdg. X 40 mA= 48 AW. Das Sz Relais erhält Fehlstrom und kann somit nicht anziehen.
Der Nummernschalter ist frei gegeben und es kann gewählt werden.

Sebastian hat an der Spule ca. 80 Volt gemessen, das ergibt einen Strom von ca. 4,5 mA und eine
AW von 157. Das kann schon ausreichen daß das SZ Relais nicht anzieht.

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Mo 26. Jun 2017, 11:20
von Martin
Andreasankl hat geschrieben:Sebastian hat an der Spule ca. 80 Volt gemessen, das ergibt einen Strom von ca. 4,5 mA und eine
AW von 157. Das kann schon ausreichen daß das SZ Relais nicht anzieht.

Da wäre nur eine Kleinigkeit - Zitat "Ist auf der Teilnehmerseite der Stecker des Fernschaltgerätes aus der Anschlußdose gezogen, so fließt in der Teilnehmerschleife über den in der Anschlußdose befindlichen Widerstand von 47 000 Ohm ein Ruhestrom von von 2,5 mA..." aus Fernschreib- und Datenvermittlungstechnik, Ausgabe 1971. Demnach müssten 2,5 mA eigentlich reichen um das Relais zu halten, es kommen ja noch Leitungsnachbildnerwiderstand, Schleifenwiderstand usw. dazu, deshalb kann die Spannung--->Strom so nicht gerechnet werden.

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Mo 26. Jun 2017, 11:50
von Martin
OK, falsch, Fred sagt gerade das der Widerstand bei eingesteckten FS abgeschaltet wurde

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Mo 26. Jun 2017, 12:20
von Helge
Martin hat geschrieben:OK, falsch, Fred sagt gerade das der Widerstand bei eingesteckten FS abgeschaltet wurde
Das ist richtig, ist nur der Kennwiderstand für "Stecker gezogen".

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 09:22
von sebket
Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen guten Tipps und die Recherche.

Wo könnte also der Fehler liegen? Anzumerken wäre, dass ich in die Leitung zwischen i-Telex und T100 einen Serienwiderstand von 200 Ohm eingeschleift habe, da ansonsten der Schleifenstrom bei fast 60 mA lag. Jetzt liegt er bei etwa 48 mA.

Sollte es an zu geringem Strom bzw. Amperewindungszahl liegen, dann wäre das Problem doch aber von permanenter Natur? Woher kommt dann das Verhalten, dass die kleinste Erschütterung genügt, dass das Relais dann doch anzieht?

Die Leichtgängigkeit der Mechanik um den Anker herum habe ich geprüft, ebenso die Spannung der angesprochenen Feder. Entdecken konnte ich hier aber nichts, was mir als Fehlerursache schlüssig erschien.

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 14:50
von FredSonnenrein
Hallo Sebastian,

Für mich ist das mit der Erschütterung durchaus plausibel: Beim Anziehen des Ankers verringert sich der Luftspalt, das bedeutet dass der Anfang des Anziehens der kritischte Moment ist.
Sobald sich der Anker durch das Magnetfeld ein bischen bewegt, wird der Luftspalt kleiner und damit das Magnetfeld stärker und damit der Anzug des Ankers weiter beschleunigt.

Was kannst du nun tun? Fühle mal, wieviel Anfangsspiel der Anker hat. Wenn du irgendwo ein Blatt Papier so einführen kannst, dass in Grundstellung alle Öffner des Relais noch Kontakt haben und die Wählscheibe entsperrt ist, könnte dies helfen.

Außerdem wäre es auch interessant zu wissen, aus welcher Quelle der Sperrmagnet für die Wählscheibe gespeist wird. Dazu müsste man natürlich die genaue Bauart des Fernschaltgerätes kennen.

Fred

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 15:07
von Martin
Moment - da war noch was! Du hast ja den Widerstand eingeschleift weil der Linienstrom zu hoch war. Gehen wir mal davon aus das wir im Kreis einen Schluss haben und deshalb unter normalen Bedingungen der Linienstrom zu groß ist so fällt nun zu viel Spannung am Vorwiderstand ab. Der eigentliche Fehler muss gefunden werden und der zusätzliche Widerstand raus!

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 15:21
von Andreasankl
Mess doch einmal den Ruhestrom.
Ich hab da noch etwas gefunden, bin bislang immer von einem Linienstrom von 40mA ausgegangen.
In der Schaltzeichnung vom Siemens FSG NL steht unter Bemerkung: Strom im Ruhezustand 50mA,
das bezieht sich auf den Empfangsmagneten. Sollte der Linienstrom mal geändert worden sein?

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 15:48
von FredSonnenrein
Martin hat geschrieben:Moment - da war noch was! Du hast ja den Widerstand eingeschleift weil der Linienstrom zu hoch war. Gehen wir mal davon aus das wir im Kreis einen Schluss haben und deshalb unter normalen Bedingungen der Linienstrom zu groß ist so fällt nun zu viel Spannung am Vorwiderstand ab. Der eigentliche Fehler muss gefunden werden und der zusätzliche Widerstand raus!
Ich glaube nicht, dass im "Kreis" ein Schluss ist.

In der i-telex-TW39-Schaltung wird ja "nur" eine Linienspannung von 60-80V und einem "Innenwiderstand" von 1,1 kOhm verwendet. Damit ist der tatsächliche Schleifenstrom relativ stark vom Innenwiderstand des angeschlossenen Fernschreibers abhängig.

Bei "echten" TW39-Schaltungen wird eine höhere Linienspannung, aber auch ein höherer Innenwiderstand im Amt verwendet. Damit ist unabhängig von den Verhältnissen im Fernschreiber der Linienstrom "genauer" an die 40 mA festgelegt.

Re: T100 Relais im FSG "klebt"

Verfasst: Di 27. Jun 2017, 16:02
von Martin
Warum ist dann aber der Linienstrom hier so abartig hoch gewesen?