Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz Thema ist als GELÖST markiert

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detlef
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Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

#1

Beitrag von detlef » Fr 11. Okt 2019, 14:50

Weil im Classic-Compting-Forum gerade das Thema aufkam und ich da auch nicht den hunderprozentigen Durchblick habe:

Waren Telefonnetz und Fernschreibnetz immer und an jeder Stelle komplett getrennt oder gab es irgendwelche Stellen, wo doch Leitungen oder Vermittlungsstellen gemeinsan genutzt wurden. Nach der Umstellung auf ED1000 wäre das ja wohl technisch möglich gewesen.
Gruß, Detlef

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tw137125
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Re: Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

#2

Beitrag von tw137125 » Fr 11. Okt 2019, 15:24

Hallo Detlef,

also meines Wissens nach waren die Netze getrennt, d.h aber nicht dass durch die Telefonkabel nicht auch die Adern für die Fernschreiber geführt wurden.
Getrennt waren die eigentlichen Vermittlungsstellen, bzw. waren in den Ämtern Telefon und Fernschreibvermittlungsstellen gemeinsam untergebracht.
Ebenfalls wurden später, bei dem Multiplexverfahren durchaus Fernschreib und Telefonkanäle über ein und dasselbe Kabel geführt.

Die Leitungen wurden also durchaus gemeinsam verwendet, die Vermillungstechnik war aber strikt getrennt, man spricht deshalb aber von einem "getrennten Netz".

So habe ich das jedenfalls mal gelernt bzw. verstanden.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

#3

Beitrag von Fernschreiber » Fr 11. Okt 2019, 15:49

Hallo Detlef,
Mal abgesehen von den ersten Versuchen mit Eintonmodem über Telefonverbindung (wie später Fax) wurde ab 1939 eigene Telexvermittlungstechnik aufgebaut.
Trennung muss hier differenziert betrachtet werden. Die Anschlussleitungen lagen natürlich in den selben Orts- bzw. Fernkabeln (Achter). Die Vermittlungstechnik dagegen war strikt getrennt. Die WT Verbindungen zwischen TXVstn wiederum wurden statisch über einen Telefonkanal (WT24) als Standverbindung geführt. Auch bei ED1000 lagen die Ortsleitungen bis zum HVt zusammen. Dort trennte sich dann aber die TX-Technik ab. Die ED1000 Leitungen wurden in den OVStn mit SEU Karten wieder zu Doppelstromsignalen zurückgewandelt und dann in ZD-Datenkanäle eingemulitplext. Dort lagen sie mit anderen niederratigen Datenleitungen in einem 64kbit/s zusammen. Dieser wurde dann via PCM-Systemen zusammen mit u.a. Wählleitungen zum Ort der nächsten TX-Vermittlung geführt. Vermittlungstechnisch haben sich die Systeme Sprache und Daten/Telex nie berührt(abgesehen von Einwahlknoten BTX). Netztechnisch haben sich Datennetze immer schon auf das bereits existierende Fernnetz (TF-Technik / PCM) und auch dort via Kabel/ Glasfaser/Richtfunk abgestützt. Alles andere wäre wirtschaftlicher Wahnsinn gewesen. Habe in der Übertragungstechnik lange gearbeitet und all das technische kommen und gehen miterlebt.
Gruß
Willi
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Re: Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

#4

Beitrag von detlef » Fr 11. Okt 2019, 16:20

Fernschreiber hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 15:49
Hallo Detlef,
Mal abgesehen von den ersten Versuchen mit Eintonmodem über Telefonverbindung (wie später Fax) wurde ab 1939 eigene Telexvermittlungstechnik aufgebaut.
Trennung muss hier differenziert betrachtet werden. Die Anschlussleitungen lagen natürlich in den selben Orts- bzw. Fernkabeln (Achter). Die Vermittlungstechnik dagegen war strikt getrennt. Die WT Verbindungen zwischen TXVstn wiederum wurden statisch über einen Telefonkanal (WT24) als Standverbindung geführt. Auch bei ED1000 lagen die Ortsleitungen bis zum HVt zusammen. Dort trennte sich dann aber die TX-Technik ab. Die ED1000 Leitungen wurden in den OVStn mit SEU Karten wieder zu Doppelstromsignalen zurückgewandelt und dann in ZD-Datenkanäle eingemulitplext. Dort lagen sie mit anderen niederratigen Datenleitungen in einem 64kbit/s zusammen. Dieser wurde dann via PCM-Systemen zusammen mit u.a. Wählleitungen zum Ort der nächsten TX-Vermittlung geführt. Vermittlungstechnisch haben sich die Systeme Sprache und Daten/Telex nie berührt(abgesehen von Einwahlknoten BTX). Netztechnisch haben sich Datennetze immer schon auf das bereits existierende Fernnetz (TF-Technik / PCM) und auch dort via Kabel/ Glasfaser/Richtfunk abgestützt. Alles andere wäre wirtschaftlicher Wahnsinn gewesen. Habe in der Übertragungstechnik lange gearbeitet und all das technische kommen und gehen miterlebt.
Gruß
Willi
Ähm, also ich habe jetzt nur die Hälfte verstanden, wegen der vielen Fachbegriffe. ;)
Aber darf ich das mal so im Classic-Computing-Forum weitergeben?
Gruß, Detlef

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Re: Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

#5

Beitrag von Fernschreiber » Fr 11. Okt 2019, 21:23

Hallo Detlef
ja, darfst Du weitergeben, war ja so und kein Geheimnis. Zu den Fachbegriffen:Achter ist eine Kunstschaltung (auch Phantom bezeichnet) in Fernkabeln allgemein. Mithilfe der ohnehin vorhandenen Übertrager mit Mittelanzapfung konnte aus zwei Sprechleitungen eine dritte gezaubert werden. Da auch dieser Vierer (da über 2x2 Kupferadern geführt) eine Mittelanzapfung hatte, wurde aus zwei Vierern ein Achter gezaubert. Diese waren nicht so gut zum Telefonieren zu gebrauchen (kleinste Unsymmetrie verursachte verständliches Mithören) und stellten praktisch "kostenlose" Leitungen für Telex da. WT bedeutet Wechselstromtelegrafie. Dabei wurden bis zu 24 Fernschreibkanäle mithilfe von Einzelfrequenzen und Bandbreiten von 80Hz in einem Fernsprechkanal untergebracht . ED1000 heisst Einkanaldatensystem.
OVst ist Ortrvermittlungsstelle. Hvt heisst der Hauptverteiler einer Vermittlungsstelle. SEU ist Sende/Empfangsumsetzer, kleine Platine die oft in T1000 eingebaut ist. ZD heisst Zeitmultiplexdatenkanal. der Rest dürfte gängig sein.
Gruss
Willi
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Re: Trennung zwischen Telefonnetz und FS-Netz

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Beitrag von detlef » Sa 12. Okt 2019, 12:49

Hallo Willi, danke noch mal für die Erklärungen. Ich hab's im Classic-Forum gepostet.
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